Kupplung instandsetzen
Kupplung neu bekorken
Korken auswechseln:
Zunächst müssen die alten Korken mal raus.
Dann ist die Scheibe zu reinigen und eventuelle mechanische Beschädigungen sind
zu reparieren.
Dann werden die neuen Korken eingesteckt.
Die neuen Korken können zur Erleichterung der Arbeit etwas in heißes Wasser gebadet werden.
Mancher nimmt auch etwas Spülmittel mit dazu.
Der Kork kann dadurch etwas weicher werden (je nach Sorte verschieden!).
Es erschwert es die Arbeit wiederum, da die nassen Korken leichter wegflutschen können.
Wir verarbeiten die Korken immer trocken.
Schöner frischer Kork ist sehr elastisch; er federt.
Er lässt sich wunderbar verarbeiten ohne jede Vorbehandlung.
Die neuen Korken sollten ca. 1mm mehr Durchmesser haben als die Bohrung in der Trägerscheibe.
Wir nutzen gern die konischen Korken.
Hier kann man einfach einen Kork nehmen, der quasi auf der kleineren Seite den gleichen Durchmesser hat wie die Bohrung.
Er wird dann einfach soweit in die Bohrung gedrückt, bis er satt sitzt.
Wesentlich zu viel überstehende Korkstücke kann man gut mit einer scharfen Rosenschere (Ambssschere) abschneiden.
Es geht auch mit einem Tomatenmesser, einem feinem Puk-Sägeblatt oder einem ganz neuen Cutter/Trapezklinge.
Mit dem Cutter kann man sehr genau arbeiten, indem man den Kork beim Schneiden rollt,
Je genauer man schneidet, um so weniger muss man später schleifen.
Man kann im Umkehrschluss auch recht ungenau schneiden und das dann später beim Schleifen ausgleichen.
Wenn man 2 Korken testweise eingesetzt hat, kann man schon gut sehen, wie weit diese hinein müssen.
Dann kann man die nächsten Korken schon alle auf die ungefähr richtige Länge vorschneiden.
Auch das geht mit dem Cutter oder noch besser/ schneller mit einer Brotschneidemaschine.
Trapezkorken anfertigen:
Zunächst brauchst du die Diagonale der trapezförmigen Aussparung in der Trägerplatte.
Der benötigte Rundkork sollte sollte 1-2mm größer sein, muss es aber nicht unbedingt.
Ich mache das so: Ich nehme ein dickes Stück Pappe oder sehr feinen Gummikork und zeichne die Trapezaussparung darauf ab.
Dann schneide ich dieses Papp-Trapez mit 1mm Randzugabe aus.
Das Pappstück klebe ich dann z.B. auf einen größeren Flaschenkork.
Fertig ist der Stempel.
Mit diesem kann man nun auf das Ende eines Rundkorks mit Stempelfarbe einen Abdruck erzeugen.
An einem Tellerschleifer mit frischem 150er Blatt kann man die überstehenden Konturen wegschleifen und dann den Kork teilen: fertig.
Kupplungsscheibe schleifen:
Nun kann man die Scheibe auf einem Bandschleifer planen, wie wir das machen.
Das braucht aber sehr viel Übung.
Alternativ kannst du dir 2 Schleifhilfen bauen:
Du nimmst dir 2 Blatt gutes Schmirgelpapier und klebst diese möglichst eben auf eine Holzplatte.
Am besten eine beschichtete, gerade Spanplatte aus dem Baumarkt.
Du kannst ein grobes Papier z.B. 150er-180er zum Vorschleifen nutzen und ein feineres z.B. 400er-600er zum Nachschleifen.
Dann schiebst du die Scheiben darauf hin und her, um den Kork zu planen.
Es wird nur sehr wenig Druck benötigt.
Idealerweise sind nun alle Korken auf der gesamten Oberfläche schön plan.
Dieser Umstand und ein feiner Nachschliff sorgen dafür, dass die Scheibe möglichst viel
Oberfläche besitzt, die für die Funktion ja dringend benötigt wird.
Sollte etwas Kork herausstehen oder die Scheibe schräg geschliffen worden sein, hat die Kupplung später unnötig viel Totgang.
Das Vorpressen der Scheiben wird auch hier und da praktiziert, doch auch hier gilt, dass frischer Kork sehr elastisch ist und die Scheibe schon wenige Sekunden nach dem Lösen der Schraubzwingen (o.Ä.) die gleiche Höhe haben wie zuvor.
Wenn es ganz genau werden soll:
Um das gewünschte Endmaß (Überstand) des Korkes nicht zu über-/ unterschreiten, kannst du dir Anschläge bauen.
Besonders bei Kupplungsscheiben, bei denen der Kork nur 1mm oder weniger aus der Trägerscheibe herausstehen soll, ist das Schleifen per Augenmaß etwas kritisch.
Eine Möglichkeit von vielen ist diese:
Du bohrst am Rand der Trägerscheibe an 4 Punkten kleine M3 Gewinde.
Wenn die Scheibe außen Mitnehmer hat, dann kannst du hier einfach mittig die Gewinde setzen.
Dann werden einfach 4 Schrauben (eventuell mit Unterlegscheiben) eingeschraubt und du hast ein definiertes Maß, das beim Schleifen nicht mehr unterschritten wird.
Warum rutschte die alte Kupplung?
Manche Scheibe, die man ausbaut, sieht nach dem Reinigen eigentlich noch sehr gut aus.
Warum also?
Die Korken einer Ölbad-Kupplung saugen sich mit der Zeit natürlich voll Öl.
Wenn dieses Öl dann verharzt (was durch heiß werden der Kupplung noch beschleunigt werden kann) schließen sich die ganzen kleinen Poren.
So eine Scheibe glänzt meistens, wenn man diese gegen das Licht hält.
Das was da glänzt, ist verharztes/ verlacktes Öl.
Diese Scheibe gleitet nun viel leichter und hat außerdem keinen Saugeffekt mehr.
In ganz seltenen Fällen kann man diese Korkscheiben leicht überschleifen und die ursprünglichen Eigenschaften sind wieder vorhanden!
Das geht aber nur, wenn der Kork noch weit genug heraussteht bzw. die Kupplung genug Gangreserve hat (fehlende Höhe im Kupplungspaket),
der Kork noch stramm in der Scheibe sitzt und noch richtig elastisch ist.
Alles das setzt voraus, dass die Federn noch einwandfrei sind.