Zündanlage kontrollieren

Mein Motorrad läuft nicht richtig-

Probleme in der Zündanlage finden

Funkenstrecke bauen:

Wichtig ist nicht dass überhaupt ein Funke erzeugt wird.

Das reicht bei weitem nicht aus.

Der Funke muss stark und regelmässig sein, sonst wird es nichts mit einem runden Motorlauf und gutem Startverhalten.

Dazu baue man sich eine Funkenstrecke (gibts bei uns auch als Werkzeug zu kaufen: Best Nr EL-ZF-ST-1).

Man nehme ein Stück Zündleitung ca. 30cm lang und teile es mittig.

Die Enden werden 5mm abisoliert.

Beide Stränge nebeneinander legen und mit etwas Klingeldraht ca 20mm vor den Enden der Kabelisolierung zusammenrödeln.

Die herausstehenden Kupferkabel kann man dann so zusammenbiegen, dass sie einen Abstand von 2mm haben.

Diese Leitung wird nun zwischen Kerze und Kerzenstecker gebaut.

Das eine freie Ende wird 30mm abisoliert und um den Zübdkerzenanschluss gewickelt, das andere um eine kurze M4 Schraube und statt der Kerze in den Kerzenstecker gesteckt.

Motor starten.

Der Funke muss nun stark, hell und vorallem (!!) regelmässig an der Funkenstrecke zu sehen sein, egal ob höhere Drehzahl oder niedrige.

Wenn das nicht der Fall ist, ist die Zündanlage fällig.

Die Zündanlage ist für ca 10 Jahre Betriebszeit ausgelegt, wer sicher gehen will tauscht alles alle 7 Jahre aus, vorallem alle Hochspannungsbelasteten Bauteile.

Also erstzen: Zündspule, Kondensator, Unterbrecher (oder diesen überarbeiten),

Zündkabel, Kerzenstecker.

Alle Kontaktstellen leicht anschleifen, neue Muttern und gerne Zahnscheiben verwenden.

Der Kontakt muss bei ausgehängter Feder so leicht gehen, dass er sich durch pusten bewegt, darf aber annähnernd kein Spiel auf der Welle haben.

Einen Tropfen Öl spenden.

Zündung fällt (bei voll instandgesetzter Zündanlage) nach ca 15-30 Minuten scharfer Fahrt aus:

Sollte das Fahrzeug mit geprüfter/ intakter Zündanlage nach einer gewissen Zeitspanne ausfallen und nur nach dem Abkühlen wieder laufen, dann verglast die Kerze.

Das kommt nur selten vor, da sehr viele Parameter stimmen müssen damit das eitritt.

Kommt aber auch heute noch vor.

Dann helfen: Neue Kerze oder Kerze kräftig sandstrahlen.

Abbürsten hilft nicht.

Aber: Wenn die Bedingungen die dazu geführt haben nicht verändert werden, wird auch die neue Kerze wieder verglasen. Abhilfe kann eine andere Kerzenbauart oder ein anderer Wärmewert bringen, sowie Gemischänderung oder anderer Zündzeitpunkt.

Zündanlage fällt sporadisch aus:

Eventuell Defekte in der Verkabelung. Alle Drähte in der Zündanlage prüfen, eventuell die Zündspule (15) direkt mit der Batterie verbinden (Testfahrt).

Eine sich langsam entladende Batterie (schlechtes Laden, zuviele Verbraucher) kann dazu führen dass die Maschine nach einiger Zeit ausgeht. Auch hier kann es sein, dass nach etwas Erholungspause die Maschine wieder läuft aber eben nicht lange.

Farbe der Kerze:

Viele Oldtimerschrauber haben immernoch die Farbangaben der Bosch Plakate im Visier wenn sie ihre Zündkerze betrachten.

Das ist nun leider seit 20 Jahren vorbei.

Der moderne Sprit der völlig anders beschaffen ist als das damalige Benzin reagiert auch in seinen Ablagerungsprodukten völlig anders.

Ein Motorrad kann heute mit knallschwarzer Kerze wunderbar fahren, solange es kein fetter, nasser Russ ist, der zu Zündaussetztern führt.

Auch kann es heute vorkommen dass ein super laufender Motor eine helle Kerze erzeugt ohne dass es zu Kerzenschäden oder Verglasung kommt.

Also steht heute primär im Vordergrund:

Läuft die Maschine auf lange Sicht top, dann ist alles gut.

Kondensator prüfen:

Den Kondensator richtig zu prüfen lohnt sich eigentlich nicht.

Ist er alt, so muss täglich mit Aufall oder Verschlechterung gerechnet werden.

Also besser gleich neu.

Wers dennoch probieren will:

1. Mit dem Ohmmeter messen: Es sollte keinen Durchgang geben.

2. Funktion testen:

Mit einem analogen Instrument messen. Hier den 1K Ohm Bereich nutzen.

Der Zeiger schlägt am Anfang einmal kurz heftig aus und sinkt dann schnell ab.

Er muss bis auf unendlich fallen.

Gegenprobe: Kondensator umpolen.

Der Zeiger macht das gleiche, schlägt aber kurzzeitig noch viel stärker aus (über die Scala hinaus).

Hiermit testet man einen Kondensator von 0,22- 0,47 Mikrofarrad.

Also passend für alle Zündkondensatoren.

Zündspule prüfen:

Das lohnt sich am wenigsten auch wenn es das teuerste Element der Zündanlage ist.

Warum?

Weil es schwer ist die Bedingungen in der Zündanlage des Fahrzeugs sauber zu simulieren.

Die Spule muss so stark erhitzt werden bis sie auch innerlich (!) die maximale Fahrtemparatur erreicht hat.

Spannungsspitzen der Lichtmaschine können kaum simuliert werden.

Die maximale Drehzahl müsste mit einem geeigenten, steuerbaren Unterbrecher simuliert werden.

Das haben wir früher am Anfang mal so gemacht (es sind Elektriker im Hause).

Es hat sich aber gezeigt dass zB eine 20-30 Jahre alte Spule IMMER defekt ist wenn die entsprechenden Bedingungen ungünstig zusammenkommen.

Die kleinen Spulen in den Scheibendynamos und in den Schwunglichtmagnetzündern der 98er und sämtlicher Mopeds haben einfach zu wenig Platz für redundante Isolierungsschichten gehabt.

Externe Zündspulen habe da schon wesentlich längere Halbwertzeiten!

Daher bauen wir unsere Kisten auch meist auf eine externe Zündspule unter dem Tank oder vergleichbarem Ort um.
Welchen Vorteil kann so eine Prüfung haben?

Ganz einfach. Wer seine Zündanlage optimieren will, der kann seine (neue/ gute)

Zündspule mit dem idealen Kondensator paaren.

Beide Teile bilden einen Schwingkreis und daher kann eine Abstimmung dieses Kreises zu einem wesentlich stärkeren Zündfunken führen (bis zu Leistungsverdopplung oder mehr), denn eine Abstimmung fand ursprünglich nie statt.

Es wurden stets universelle Bauteile verwendet, die erfahrungsgemäss immer

miteinander funktionierten.

 

 

 

 

 

 

 


 

 


 


 

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